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Ohne Wenn und Aber
Definition Nutzrad

Ein Nutzrad ist ein Fahrrad, das über die Nutzung als reines Fortbewegungsmittel oder als Sportgerät hinaus auf einen besonderen Einsatzzweck hin optimiert ist. Dies wird in der Regel durch eine besondere Bauform erreicht, die es z.b. ermöglicht, große Lasten, besondere Aufbauten oder Personen zu transportieren.

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Erfolgreich bei Kickstarter: Nachrüstmotor ONwheel von go-e

Von Andreas am 09.10.2015

Ich bin kein großer Freund von Elektroantrieben an Fahrrädern. Und zwar aus einem einzigen Grund: Für mich beinhaltet Fahrradfahren immer auch das Versprechen von Freiheit und Unabhängigkeit. Ein Elektromotor aber macht mich abhängig von der nächsten Steckdose. Aus meiner Sicht sollte ein Fahrrad technisch so anspruchslos und pflegeleicht wie möglich sein. Ein Elektroantrieb raubt mir die schöne Illusion, dass ich mich ohne Weiteres auf mein Fahrrad setzen und einmal um die Welt radeln könnte.

Ich gebe zu, das ist eine ziemlich romantische Argumentation. Wenn man das Ganze etwas funktionaler betrachtet, gibt es sicherlich nicht nur bei Nutzfahrrädern viele gute Gründe, die für einen Einsatz eines Elektroantriebes sprechen. Man hat einen größeren Aktionsradius, Gegenwind und Steigungen verlieren ihren Schrecken und man kommt wahlweise schneller oder weniger schweißtreibend an's Ziel. Das mag u.a. auch den Finanzierungserfolg von go-e aus Österreich erklären, denen es gelungen ist, für ihren nachrüstbaren elektrischen Hilfsantrieb ONwheel bei Kickstarter über 300000 € einzusammeln.

Dabei ist die Konstruktionsweise den ONwheel erst einmal recht simpel: Anstelle des Ständers wird zwischen Hinterrad und Tretlager eine Trägerplatte montiert. Auf diese wird dann eine Motoreinheit aufgesteckt, die über eine einfache Reibrolle das Hinterrad antreibt. Die Batteriehalterung  findet am Rahmen Platz.

Der Motor ist als Pedelec konzipiert und entspricht damit den Vorschriften aller EU Länder. Der Clou dabei: die Motorleistung und die unterstützte Geschwindigkeit können über eine Smartphone App getrennt voneinander entsprechend den lokalen Vorschriften eingestellt werden. In der App, die bisher nur für Android verfügbar ist, ist außerdem eine einfache Fahrrad Navigation und die Anzeige aller relevanten Motordaten integriert.

Für mich sprechen drei gute Gründe für das ONwheel System:

1. Wenn ich für eine Fahrt keine Unterstützung benötige, fahre ich keinen unnötigen Ballast spazieren, da ich Motor und Batterie einfach abnehmen und Zuhause lassen kann.

2. Wenn ich mehr als ein Fahrrad besitze, kann ich mit Hilfe weitere Montage Kits mit nur einer Batterie und einen Motor an all meinen Fahrrädern die Vorteile eines Elektroantriebes nutzen.

3. Wenn die Batterie ausgetauscht werden muss, muss ich nicht erst überlegen, ob es nicht wirtschaftlich sinnvoller wäre, gleich ein ganz neues Fahrrad zu kaufen, da ich den Motor auf jeden Fall ohne großen Aufwand weiter verwenden kann.

Es gibt aber auch systembedingte Nachteile:

- go-e selbst spricht von einer Verdoppelung den Reifenverschleißes durch die Reibrolle am Hinterrad.

- Bei Geschwindigkeiten unter 6km/h ist keine Tretunterstützung möglich.

- Gerade bei Nutzfahrrädern, die gerne eine besondere Rahmenform aufweisen, kann es schwierig werden, den ONwheel-Motor zu montieren.

- Und natürlich muß jeder Nutzer für sich selbst entscheiden, ob das verwendete Fahrrad den größeren Belastungen durch den Elektroantrieb gewachsen ist.

Insgesamt finde ich das ONwheel Konzept recht überzeugend und ich bin sehr gespannt auf die ersten Erfahrungsberichte. Aktuell kann das ONwheel Komplett Kit für 549,- € im Shop bei go-e vorbestellt werden. Ein Zusatz Montage Kit für ein weiteres Fahrrad schlägt mit 120,- € zu Buche. Die Auslieferung soll Anfang des nächsten Jahres erfolgen.

[go-e Website]

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